HIERSEI IST HERRLICH

Sentiero Rilke, Trieste

HIERSEI IST HERRLICH

Halt. Oder lauf und versuch deinen Verstand zu säubern.
Folg den Pfad und genieß die Natur um dich herum.
Auf diesen Newsletter spricht man nicht über Laufen.

Wir möchten eine Überlegung mit dir teilen. Wir möchten dir die Gedanken vom Dichter Rainer Maria Rilke bekannt geben.
Es wäre schön, ob Rilke vom Bora Lauf inspiriert wurde. Aber Rilke lief nicht und der Bora Lauf gab es noch nicht!
Die Pfade sind eigentlich immer die gleiche. Auch die Felsen und die Atmosphäre sind nicht verändert.
Und Duino (ganz nah unser Laufens Ziel) wurde Rilkes größte Quelle der Inspiration.

Das folgende ist eine Ode an das Leben, die kurz nach dem Blutbad des Erstens Weltkriegs geschrieben wurde.
Es handelt sich um die siebte Duisiner Elegie. Gegen den Tod denkt man an wie schön das Leben ist und deswegen widmet sich Rilke mit den folgenden Wörtern an Straßenmädchen

 

Hiersein ist herrlich. Ihr wusstet es, Mädchen, ihr auch,
die ihr scheinbar entbehrtet, versankt -, ihr, in den ärgsten
Gassen der Städte, Schwärende, oder dem Abfall
Offene. Denn eine Stunde war jeder, vielleicht nicht
ganz eine Stunde, ein mit den Maßen der Zeit kaum
Messliches zwischen zwei Weilen -, da sie ein Dasein
hatte. Alles. Die Adern voll Dasein.
Nur, wir vergessen so leicht, was der lachende Nachbar
uns nicht bestätigt oder beneidet. Sichtbar
wollen wirs heben, wo doch das sichtbarste Glück uns
erst zu erkennen sich giebt, wenn wir es innen verwandeln.

 

„Hiersein“ als das Wunderschön des Lebens. „Hiersein“ druckt eine enge Beziehung mit der Erde und mit dem Leben aus. Es könnte meinen, dass das Leben auch in den schrecklisten und grausamsten Zeitpunkten immer wunderschön ist.

Wenn man auf diese Pfade mit diesen Ausblicken läuft, bekommt man etwas Einzigartiges für die Seele. Eine warme Umarmung für unser Geist, die während der kalten Bora windigen Tagen erwärmet und die die dunkleren Tage beleuchtet. Ein Funke, das man ermutigt, wenn alles schlecht geht.

Wir, Laufender, sind glücklich. Und wir, die in der Natur laufen, egal ob in Triest oder auf Atlantes Gebirges, sind noch glücklicher.

Wir müssen uns erinnern, dass wir dieses Glück haben. Versuchen wir die Freude und die guten Empfindungen des Laufens immer mit uns zu erhalten.

Hiersein ist herrlich. Wir warten dich auf den vierten Bora Lauf!

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